bng und DGVS warnen: Budgetierung gefährdet erfolgreiche Darmkrebsvorsorge
Ulm/Berlin, 19.08.2026. Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) und die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben in einer gemeinsamen Stellungnahme davor gewarnt, dass die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorgesehene Budgetierung endoskopischer Leistungen die organisierte Darmkrebsfrüherkennung gefährdet. Die Stellungnahme wurde an Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann, Staatssekretär Dr. Georg Kippels, Bundesministerin Nina Warken sowie den Gemeinsamen Bundesausschuss übermittelt.
Hintergrund ist eine aus Sicht der beiden Organisationen paradoxe Entwicklung: Nach aktuellen Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) wurden 2025 bundesweit rund 695.000 Früherkennungskoloskopien durchgeführt – ein Plus von 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Kampagne, die seit 2002 ihre Erfolge zeigt.
„Wir sehen ein Präventionsprogramm, das gerade jetzt an Fahrt gewinnt – und eine Gesetzgebung, die genau in diesem Moment die Bremse zieht", erklärt Dr. med. Ulrich Tappe, 1. Vorsitzender des bng. „Die Budgetierung endoskopischer Leistungen läuft dem gesetzlichen Sicherstellungs- und Präventionsauftrag zuwider."